Geistliches Wort zum Advent

Erscheinungsdatum in der Marbacher Kreiszeitung: 30.11.2019

Vielleicht sind Sie auch ein Listen-Mensch. Ich auf jeden Fall habe die lästige Angewohnheit, auf dem Schreibtisch, in der Küche oder neben dem Telefon diese kleineren oder größeren Zettel zu deponieren, auf denen alles notiert wird, was einzukaufen oder zu tun ist. Es soll sogar für digital natives solche Listenfunktionen geben. Ich fürchte, sie haben nichts mit Vergesslichkeit oder der Aufgabenfülle zu tun, sondern mit Persönlichkeit. Also schreibe ich eben meine Listen, besonders in dieser Jahreszeit. Sie haben den Vorteil, dass der Kopf für Wichtigeres frei ist und, zugegebener Maßen, dass sich beim Abarbeiten auch ein gewisses Maß an Zufriedenheit breit machen kann, manchmal sogar, in Ermangelung besserer Anlässe, eine Brise Glücksgefühl, mit jedem gesetzten Hacken: geschafft. Den offensichtlichen Nachteil von Listen kennen wir alle: nichts scheint sie davon abhalten zu können, länger und immer länger zu werden (und ich denke jetzt eher nicht an die Wunschlisten unserer Kinder).


Nun soll dies ein Impuls für die beginnende Adventszeit werden - aber vermutlich ahnen Sie schon, worauf ich hinauswill, denn spätestens mit der Weihnachtsdeko in den Schaufenstern steigt der Druck all dessen, was wir noch erledigen sollen oder könnten und wollen in diesen wenigen Adventswochen (und sie sind immer kurz, nicht nur in diesem Jahr). Weil alle inneren Appelle, es in diesem Jahr mal anders zu machen, weniger hektisch, mit weniger Weihnachtsmärkten, weniger Geschenken und einem bescheideneren Menü in diesen CO2 bewussten Zeiten… weil all diese Vorsätze ja doch erfahrungsgemäß Schiffbruch erleiden und ihrer Erfüllung im nächsten Jahr harren müssen, deswegen ist mein Geschenk an Sie… ja genau: eine to-do-Liste! Weil ich der festen Überzeugung bin, dass Gott sogar daraus noch etwas Gutes machen kann. Warum hätte er auch sonst (nun, zumindest) zugelassen, dass nicht nur das Hauptevangelium der Kirche, Matthäus, mit einer Liste beginnt sondern Weihnachten selbst, die Christgeburt in Bethlehem, vom Listenwahn eines Kaiser Augustus ins Rollen gebracht wird?


Diese to-do Liste allerdings ist etwas Besonderes. Sie ist handgemalt, extra für Sie! Das abgedruckte Bild dieser Woche ist somit nicht nur Illustration zum Text sondern ein Ausschnitt, der Sie zu mehr locken will, nämlich dazu, per download Funktion die gesamte Vorlage von der homepage des Marbacher Kirchenbezirks (https://www.kirchenbezirk.marbach.elk-wue.de/) herunterzuladen, auszudrucken und sich dann am Sonntagnachmittag oder am Sonntagabend (also gleich übermorgen, nicht erst nächste Woche) gemütlich in einen Sessel zu setzen, vielleicht mit christmas carols oder Händels Messias im Ohr, und sich zu überlegen und aufzuschreiben, was Sie sich wünschen, dass Sie es in dieser Adventszeit endlich tun. Erste Ideen dazu finden Sie auf der Vorlage, und zwar sehr konkrete: eine Straßenzeitung kaufen und mit dem Verkäufer ein Schwätzchen halten; den ersten Ärger, der mir heute begegnet, fröhlich weglächeln; mit einer Figur der Weihnachtskrippe ein inneres Gespräch anzufangen… Wenn Sie derartige Anregungen nicht mögen, streichen Sie sie fröhlich durch und ersetzen Sie sie durch anderes Tun. Und Lassen! Wichtig ist nur, dass es auch bei Ihnen Advent wird!


In dieser Hoffnung grüßt Sie freundlichst,
Ihre Pfarrerin Dr. Bürkert-Engel, Marbach

Hier können Sie die Advents-to-do-Liste in einem eigenen Browserfenster öffen bzw. als Datei herunterladen.

(Ggf. können Sie obigen Link auch mit der rechten Maustaste anklicken und dann "Ziel speichern unter" wählen, um die Datei herunterzuladen.)